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Kampf gegen Dokumenten- und Kunstfälschungen: Forschungsprojekt liefert effektivere Mittel

Ziel des Forschungsprojekts war die Entwicklung von spektroskopischen Analyseverfahren zur umfassenden chemischen Charakterisierung von Papier in Hinsicht auf die Erkennung von Kunst- und Dokumentenfälschungen. Der Schwerpunkt wurde dabei auf die Anwendung der Raman-Mikroskopie gelegt. Die neuen Verfahren liefern ebenfalls Ergebnisse zur Bewertung des Erhaltungszustandes von Papieren für die Ableitung von Archivierungs- und Konservierungsmaßnahmen.

Mit den Projektergebnissen stehen den Nutzern neue effektivere Mittel im Kampf gegen Kunstfälschungen und zur Bewahrung von Kunst- und Kulturgütern zur Verfügung.

Die wesentlichen Ergebnisse des Forschungsprojekts sind:

  • neue Mess- und Präparationsmethoden zur zerstörungsfreien spektroskopischen Analyse von Papieren
  • neue Erkenntnisse zu den Möglichkeiten der spektroskopischen Analyse von Papieren mittels der ATR-IR-Spektroskopie, der Raman-Mikroskopie (siehe Abbildung) und der NIR-Imaging-Technik
  • neue Kenntnisse zur detaillierten chemischen Zusammensetzung von alten und modernen Papieren
  • Entwicklung neuer Spectral-Imaging Auswertemethoden zur Analyse der Messdaten sowie zur Visualisierung und Bewertung der chemischen Papierstruktur
  • erfolgreiche Demonstration und Anwendung der entwickelten Mess- und Auswertemethoden bei der Untersuchung von Dokumenten und Kunstwerken

Die Ergebnisse des Forschungsprojekts haben die Möglichkeiten der spektroskopischen chemischen Papieranalyse demonstriert und wesentlich erweitert. Die Anwendung der neuen Mess- und Auswerteverfahren ergeben neue Möglichkeiten für Einsichten in alte Papierherstellungstechnologien, zur Papieraltersbestimmung, zur Bewertung des Erhaltungszustands von Papier sowie für die forensische Papieruntersuchung in Hinsicht auf die Erkennung von Kunst- und Dokumentenfälschungen.

Abbildung: Raman-Bild vom Querschnitt eines Papiers aus dem 19. Jh. mit den detektierten Inhaltsstoffen.

Die Ergebnisse wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens IK-MF 150045 gewonnen, das im Programm zur "Förderung von Forschung und Entwicklung bei Wachstumsträgern in benachteiligten Regionen" mit finanziellen Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) über den Projektträger EuroNorm Gesellschaft für Qualitätssicherung und Technologie mbH aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert wurde. Dafür sei an dieser Stelle herzlich gedankt.