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Entwicklung einer Analysenmethode zur genauen Bestimmung des Herstellungsjahres von Papier

Neue Möglichkeiten für die Datierung von Dokumenten und Kunstwerken

Ziel des Forschungsprojekts war die Entwicklung einer Analysenmethode zur Bestimmung des Herstellungsjahres von Papier. Die Analyse beruht auf der 14C-Datierungsmethode. Angestrebt wurde eine Genauigkeit der Altersbestimmung von bis zu +/- 2 Jahre für Papiere, die nach 1955 hergestellt wurden. Dies soll erreicht werden, indem zur Altersbestimmung die aus dem Papier extrahierte Stärke verwendet wird, unter der Annahme, dass die aus einjährigen Pflanzen gewonnene Stärke spätestens im Jahr nach der Pflanzenernte ins Papier gelangte. Eine weitere Grundlage bildet der sogenannte Kernwaffen-Effekt, der ab 1955 zu einem großen Anstieg der 14C-Konzentration in der Erdatmosphäre führte und die seit dem Verbot überirdischer Atomtests 1963 wieder abfällt.

Als Gesamtergebnis des Forschungsprojekts wurden eine Methode und Vorgehensweisen für die Altersbestimmung von Papier entwickelt. Die Methode ist anwendbar für Frischfaser basierte und Stärke enthaltende Schreib-, Kopier- und Druckpapiere aus dem Zeitraum von 1955 bis 2020. Die Genauigkeit der Altersbestimmung kann mit mindestens +/- 4 Jahren angegeben werden. In vielen Fällen sind auch noch genauere Datierungen möglich.

Die Methode und die Vorgehensweisen sind in der PTS-Methode PTS-PP-109-2020 „Bestimmung des Herstellungsjahres von Papieren aus dem Zeitraum von 1955 bis 2020“ zusammengefasst.

Es wird erwartet, dass sich die Bestimmungsmethode als neues, starkes Beweismittel in forensischen Verfahren bei Urkunden- und Kunstfälschungen etablieren kann.

Abbildung 1: Verlauf der 14C-Konzentration in der Erdatmosphäre und die bestimmten 14C-Konzentrationen der extrahierten Stärken

Die Ergebnisse wurden im Rahmen des Forschungsvorhabens IK-MF 170102 gewonnen, das im Programm zur "Förderung von Forschung und Entwicklung bei Wachstumsträgern in benachteiligten Regionen" mit finanziellen Mitteln des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) über den Projektträger EuroNorm Gesellschaft für Qualitätssicherung und Technologie mbH aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert wurde. Dafür sei an dieser Stelle herzlich gedankt.